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POLIZEILICHE DEFINITION AMOKLAGE
"Eine Amoklage im polizeitaktischen Sinne liegt vor, wenn ein oder mehrere Täte mittels Waffen, Sprengmitteln, gefährlichen Werkzeugen oder sonstiger außergewöhnlicher Gewaltanwendung
• ziellos oder systematisch,
• bereits eine oder mehrere Personen verletzt oder getötet, bzw. dies versucht haben,
• auf weitere Personen in fortgesetzter Verletzungs-und Tötungsabsicht einwirken oder diese Absicht kundtut.
Der eigene Tod ist bewusst eingeplanter Teil der Tathandlung bzw. wird in Kauf genommen". Quelle
WIE VORBEREITEN?
Wichtig zu wissen:
• Ein Amokschütze möchte meist so viele Menschen wie möglich in kürzester Zeit töten. Zeit ist also ein wichtiger Faktor.
• Vorgehen der Polizei nach einem 3-stufigen Plan:
Zitat: "Das dreistufige Interventionsmodell sieht vor, dass die erste Intervention vor Ort von Polizeibediensteten des Regeldienstes durchgeführt wird. In der zweiten Stufe schreitet die Spezialeinheit der Schnellen Interventionsgruppe (SIG) ein und im letzten Schritt übernimmt das Einsatzkommando Cobra (EKO Cobra). Sowohl bei den SIG als auch beim EKO Cobra stehen Bedienstete mit spezieller Ausbildung im Sanitätsbereich im Einsatz, die die Erstversorgungen von Verletzungen übernehmen können." Quelle
• Achtung auch bei einem Feueralarm! Dieser könnte von einem Angreifer ausgelöst worden sein, um viele Personen in sein Schussfeld zu führen. Bitte auch nicht zur Alarmierung der Schule einen Feueralarm auslösen - dies bewirkt das Gegenteil vom Erwünschten.
Für den Kriminalpsychologen Dr. Thomas Müller ist die beste Vorbereitung auf ein unerwartetes Ereignis (wie beispielsweise ein Terror-Anschlag), sich schon vorab damit zu beschäftigen. Hier sein Experten-Statement im Video (1:23min)
Wie kann sich die Schule vorbereiten? (Konkrete Notfallpläne der Schulleitung, Alarmierungssystem, jährliche Amok-Übungen, Beschriftungen)
Überlegungen/Schulungen/Übungen?
a) Sicherheitskonzept
• Gibt es Sicherheitskonzepte/Notfallpläne und kennen alle Mitarbeiter diese?
• Sind die Lehrkräfte auf das Verhalten bei Amoklagen geschult?
• Sind die SchülerInnen unterwiesen? Es könnte sein, dass z.B. am Morgen noch kein Lehrer in der Klasse ist. Dann müssen die Schüler alleine handeln können.
• Kann auf die Notfallpläne, Stundenpläne und Telefonnummern (Info im nächsten Textblock) auch stromlos zugegriffen werden?
• Wie können Personen mit Zentralschlüssel besonders geschützt werden (Schulwarte, RaumpflergerInnen, Brandschutzbeauftragte, ...)?
b) Warnung
• Wie können alle Personen in der Schule vor der Gefahr gewarnt werden?
• Wie funktioniert die Alarmierung ? Gibt es diese Möglichkeit überhaupt? Müssen sich Personen dafür in Gefahr begeben, oder kann jede Lehrkraft/ jeder Mitarbeiter (z.B. per SMS oder App) die Alarmierung auslösen?
• Gibt es abgespeicherte Textansagen? Wie klingen diese? Sind diese im Schulbetrieb auch bei erhöhter Lautstärke hörbar? Kennen die Mitarbeiter die Inhalte diese Ansagen? Sind diese auch umsetzbar?
c) Übungen
• Durchführen von Amok-Übungen im Kollegium (mit/ohne Einsatzkräfte? mit/ohne Schüler?)
d) Bauliche Maßnahmen
• Gibt es die Möglichkeit Zutrittskontrollen ins Gebäude zu errichten?
• Können die Räume im Notfall blickdicht gemacht werden (z.B. zum Schulgang; ev. mit Lammellenvorhängen)?
• Wo sind schusssichere Bereiche in den Räumen bzw. wie könnte man sie schaffen? Sind diese markiert und so für jedes Kind leicht erkennbar? Wie in der Abbilung nebenan könnte man die schusssicheren Ecken kennzeichnen.
e) Sonstiges
• Wie stillen Sie in einer abgeschlossenen Klasse starke Blutungen?
• Sind Verbandskästen/-packerl in allen Schulklassen vorhanden?
Wie könnte man den Einsatzkräften ihre Arbeit erleichtern?
• Hauseingänge (z.B. rund ums Haus aufsteigend im Uhrzeigersinn, beginnend bei 1) simpel und gut sichtbar nummerieren/beschriften und dies auch in den Gebäudeplänen vermerken bzw. der möglichen
Einsatzzentrale mitteilen. So können die bei der Schule eintreffenden Einsatzkräfte besser mitteilen, wo sie sind bzw. von der Zentrale punktgenau ans Ziel geführt werden.
• Beschriften oder markieren Sie Gebäudeteile, Stockwerke und Klassen, um für Unkundige die Orientierung zu erleichtern.
• In den Schubladen der Lehrertische ein Blatt Papier (A3, A4), Klebeband und einen dicken Stift (Flipchart Marker) hinterlegen. Dieser "Not-Zettel"
(1) mit der Information, wie viele Schüler*innen und Lehrkräfte sich im Raum befinden, wird im Notfall an die Fensterscheiben geklebt
(Schrift zeigt nach außen). Notieren Sie dort auch die Raumnummer, ob sich verletzte Personen im Raum befinden und ev. ihre Telefonnummer.
• Wenn es möglich ist zu flüchten, dann zeigen Sie beim Verlassen des Gebäudes Ihre offenen und erhobenen Hände, um nicht mit einem Angreifer verwechselt zu werden. Laufen sie nicht stürmisch auf die Einsatzkräfte zu.
• Empfohlen wird auch, dass die Schulleitung über Telefonnummern aller Mitarbeiter verfügt. Wer nicht flüchten kann bzw. abgängig ist, wird ev. von den Einsatzkräften kontaktiert (Handy auf lautlos stellen, Lehrer lässt Vibration an, Schüler stellen auch diesen aus).
(1) Hier ein Beispiel, wie der "Not-Zettel" aussehen könnte.
Wie kann ich mich als Lehrkraft vorbereiten, wenn ich keine konkreten Notfallpläne der Schulleitung kennen und es keine jährliche Amok-Übung gibt?
Die Umgebung der Schule erkunden:
• Gibt es geschützte Außenbereiche, die eine Flucht erleichtern oder begünstigen?
• Wie und wo kommen wir am schnellsten vom Grundstück und in Sicherheit?
• Wie können meine Schüler*innen und ich Zäune und Mauern überwinden, um rascher in Sicherheit zu gelangen?
• Wo bin ich 100%ig in Sicherheit (Nachbarn, Geschäfte, ...)?
Mit offenen Augen durch das Gebäude gehen:
• Kann jede Person ungehindert das Gebäude betreten?
• Kenne ich im Normalfall alle Personen, die sich im
Haus bewegen?
• Wo haben wir die Möglichkeit zu fliehen (Fluchtwege, ev. mehrere Möglichkeiten suchen)
• Welche Räume sperrt mein Schlüssel/ mein Chip?
• Wo sind Feuerlöscher?
• Wo sind Erste-Hilfe-Kästen?
• Wo sind Defibrillatoren?
• Wo sind Brandmelder?
Im Lehrerzimmer/ in den Klassen:
• Wie kann ich die Türen versperren und zusätzlich blockieren (was brauche ich dafür)?
• Kann ich das Aufsperren der Türen verhindern (Tipp: Die Not-Türsicherung "<AmokTS>" - www.amokts.at)
• Womit kann ich die Türen zusätzlich verbarrikadieren (ev. Räder auf Schränke montieren, Wandanker seitlich der Türen anbringen, Ratschengut bereitlegen)?
• Habe ich die Möglichkeit den Raum blickdicht zu machen (Fenster in Türen und Fenster zum Schulgang)
• Wo sind die Lichtschalter (Licht ausschalten) und Schalter/Taster für Rollläden/Raffstore, um diese zu schließen?
• Wo im Raum ist der schusssicherste Zufluchtsplatz (Mauerwerk analysieren [Beton, Ziegel, Rigips], weg von Türen und Fenstern)?
• Womit könnte ich eine starke Blutung stillen, wenn ich keinen Erste-Hilfe-Kasten zur Verfügung habe?
• Womit könnte ich mich im letzter Konsequenz verteidigen (Feuerlöscher, Schere, Stifte, ...)?
• Wie kann ich die Schüler*innen am besten psychisch betreuen (die Wörter "Panik" und "Massenpanik" sind zu vermeiden!)?
• Weiß ich, in welchem Raum (Raumbezeichnung) ich mich befinde?
Was, wenn der Angreifer die Türen aufschießen will?
Laut fachkundigen Personen ist dies nicht so einfach möglich. Zusätzlich ist zu sagen, dass jede für den Angreifer vergeudete Sekunde und jede verlorene Kugel ein (oder mehrere) Leben retten
kann!
MEINE TIPPs
• Mit der Smartphone-APP "DEC112 - Barrierefreier Notruf" kann ein stiller Notruf abgegeben werden. Dabei werden zuvor gespeicherte
Informationen (Name, Adresse, Blutgruppe, ....) und die GPS-Position übertragen. Über die Chatfunktion können der Leitstelle weitere Infos (ohne zu sprechen) mitgeteilt werden.
• Mit der preisgekrönten Not-Türsicherung <AmokTS> werden versperrte Türen in wenigen Sekunden zusätzlich so verriegelt, dass sie von außen (weder mit dem passenden Schlüssel noch mit einem Chip (bei
elektronischen Schließzylindern)) nicht mehr entsperrt werden können. Dadurch verliert der Angreifer wertvolle Zeit und hoffentlich auch die Lust, genau diesen Raum anzugreifen. www.amokts.at
Wer für sich gedanklich dieses Schreckenszenario durchspielt, hat höhere Chancen, eine Panik zu vermeiden, um ggf. nicht falsch zu reagieren. Wir tragen die
Verantwortung für die uns anvertrauten Schüler*innen!
Einfach wird es auch gut vorbereitet nicht!
6 PUNKTE DES BMI FÜR DEN ERNSTFALL
1) Ruhe bewahren, Panik vermeiden
• Verhalten Sie sich ruhig und vermeiden Sie Panik.
• Ihre Schüler und Sie stellen ihre Handys auf lautlos und schalten die Vibrationsfunktion aus oder schalten es komplett aus.
• Um das Handynetz nicht zu überlasten, sollte den Schülern das Telefonieren verboten werden.
• Keine Informationen oder Bilder in soziale Netzwerke hochladen, denn diese Informationen könnten dem Täter nützen.
2) Überblick verschaffen
3) RUN: FLÜCHTEN (wenn es [leicht] möglich ist):
• Flüchten Sie aus dem Gefahrenbereich (bedenken Sie, dass es mehrer Täter sein könnten)
• Nutzen Sie Fluchtwege.
• Lassen Sie Ihre Sachen zurück – diese behindern Sie.
• Helfen Sie (wenn möglich) auch anderen bei der Flucht.
• Warnen Sie auch andere vor der Gefahr.
• Nützen Sie bei Flucht auch geeignete Deckungen (z.B. starke Mauern).
• Treffen Sie auf Einsatzkräfte, dann strecken Sie Ihre leeren Hände in die Höhe und stürmen Sie nicht auf sie zu. Man könnte Sie mit einem Terroristen verwechseln.
4) HIDE: VERSTECKEN (wenn flüchten unmöglich oder zu gefählich ist):
• Alle Schüler bleiben oder kommen rasch in die Klasse
• Sperren Sie sich im Raum ein (Türe doppelt verschließen). Das hindert Täter am Vorhaben, in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Personen zu töten oder zu verletzen und bietet eine höhere
Chance zur Vermeidung von Panik. Bedenken Sie jedoch, dass der Täter einen Schlüssel haben könnte.
• Blockieren Sie zusätzlich die Türen (Türschnalle durch Unterspreizen fixieren, Verbarrikadieren von Türen nach Möglichkeit mit Fixierung bis zur gegenüberliegenden Wand).
• Verstecken Sie sich hinter großen Gegenständen (Deckung hinter Beton- oder Ziegelmauern sowie Tischen und Bänken suchen, sichere Raumecken nutzen).
• Halten Sie sich von Fenstern und Türen fern (Durchschussgefahr).
• Verhalten Sie sich leise (Schüler stellen handy aus)
• Kein Verlassen vor entsprechender Anordnung durch die Einsatzkräfte (Feueralarm bewerten, könnte vom Täter ausgelöst worden sein).
• Psychologische Betreuung der SchülerInnen durch die Lehrkraft (bestmöglich auch ablenken) - bedenken Sie, dass es einige Stunden dauern könnte, bis die Situation vollständig gekfärt ist und Sie
die Klasse wieder gefahrlos verlassen können.
5) FIGHT: VERTEIDIGEN (wenn es keinen anderen Ausweg gibt):
• Verwenden Sie Gegenstände, um einen Angriff abzuwehren oder den Täter anzugreifen (z.B. Feuerlöscher).
• Suchen Sie Unterstützer und helfen Sie anderen.
• Gehen Sie im Notfall mit äußerster Brutalität vor! Sie haben vielleicht nur eine Chance, um viele Leben zu retten.
6) NOTRUF (sobald Sie in Sicherheit sind):
• Alarmieren Sie die Polizei 133 oder 112.
DOWNLOADS
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"Das Auge" : Herzlichen Dank an die tolle Künstlerin Julia H. (13. Jahre);
Bleistiftzeichnung
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